Jeff Bridges hat es geschafft - für seine berührend, beeindruckende Leistung als abgehalfterter Country-Rocker Bad Black hat er nach dem Golden Globe auch den Oscar als bester Schauspieler 2009 gewonnen. Wir sagen: Verdient!
Überzeugen Sie sich selbst: "Crazy Heart" läuft in der amerikanischen OmU im Babylon Kreuzberg (Kottbusser Tor).Ein Musiker-Drama, angesiedelt im amerikanischen Westen, berührend und doch mit leichter Hand gefilmt - ein absolutes Muss, auch in einer an tollen Filmen nicht ganz armen Woche!
Lesen Sie auch die Rezension der Süddeutschen Zeitung.
Die Rolle scheint ihm auf den – etwas füllig gewordenen – Leib geschrieben zu sein. Bad Black ist in die Jahre gekommen, er tingelt seit vielen Jahren durch die amerikanische Provinz. Kleine Auftritte hier und da in dritt- bis zweitklassigen Kneipen. Er zehrt vom vergangenen Ruhm. Manche erkennen ihn wieder, keiner davon ist unter 50. Mehr über 60. Es ist ihm egal. Er trinkt und raucht. Irgendwann muß es einen Knacks in seinem Leben gegeben haben, der ehemals erfolgreiche Songschreiber und Musiker rätselt nicht darüber; er hat nur noch einen Anker in seinem Leben. Die Flasche. Und da nimmt er gerne die günstigste.Zum Frühstück sowieso, aber auch über Mittag und kurz vor jedem Auftritt ist es wohl ein Muß. Seine tapferen mitgealterten Fans sehen gnädig – soweit noch möglich – über seine etwas torkelnden Gesänge hinweg. Andersrum paßt seine permanente Umnebelung auch zu seinen schönen Liebesballaden, die er – noch immer – aus dem Ärmel schüttelt.
Ganz wunderbare Bilder in Cinemascope unterbrechen die alkoholgeschwängerten Tage in Bad Blacks Leben, dem wir teils mitleidig, teils verständnisvoll folgen. Wir fahren mit durch ein wunderbares Nord-Amerika, das wir überwiegend aus alten Western, Dokus, der Zigarettenwerbung oder dem Hollywood-Mainstream kennen. Jetzt begleiten wir mal eine gescheiterte Existenz.