Brooklyn - Eine Liebe zwischen zwei Welten

IE, GB, CA 2016

Heimat sei kein Ort, sondern ein Gefühl - wird gelegentlich behauptet. Eilis Lacey, die Hauptfigur aus Colm Tóibíns auch außerhalb Irlands viel beachtetem Roman, wird dieser Aussage vermutlich vehement widersprechen. Als sie Anfang der 1950er Jahre das kleine Städtchen Enniscorthy verlässt, um im großen New York die Chance auf ein besseres Leben zu ergreifen, wird ihr auf schmerzhafte Weise klar, wo ihr Herz zu Hause ist und was Heimat für sie bedeutet. Diese ist sowohl ein Ort als auch ein Gefühl und beides liegt Tausende Kilometer entfernt auf der anderen Seite des Atlantiks. Dort in der irischen Provinz musste sie ihre ältere Schwester Rose und ihre Mutter zurücklassen. Ein katholischer Priester organisierte ihre Emigration in die Vereinigten Staaten, weil er doch fest daran glaubte, dass es Eilis im viel zitierten „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ einmal besser gehen würde.

Regie
John Crowley
Besetzung
Saoirse Ronan, Emory Cohen, Julie Walters, Jim Broadbent, Jane Brennan
Länge
112 min

Basierend auf einem irischen Bestseller erzählt BROOKLYN von einer jungen Frau, die in den 1950er Jahren ihre Heimat Irland zurücklässt und in New York auf ein besseres Leben hofft. Heimat sei kein Ort, sondern ein Gefühl - wird gelegentlich behauptet. Eilis Lacey, die Hauptfigur aus Colm Tóibíns auch außerhalb Irlands viel beachtetem Roman, wird dieser Aussage vermutlich vehement widersprechen. Als sie Anfang der 1950er Jahre das kleine Städtchen Enniscorthy verlässt, um im großen New York die Chance auf ein besseres Leben zu ergreifen, wird ihr auf schmerzhafte Weise klar, wo ihr Herz zu Hause ist und was Heimat für sie bedeutet. Diese ist sowohl ein Ort als auch ein Gefühl und beides liegt Tausende Kilometer entfernt auf der anderen Seite des Atlantiks. Dort in der irischen Provinz musste sie ihre ältere Schwester Rose und ihre Mutter zurücklassen. Ein katholischer Priester organisierte ihre Emigration in die Vereinigten Staaten, weil er doch fest daran glaubte, dass es Eilis im viel zitierten „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ einmal besser gehen würde. In der irischen Gemeinde Brooklyns findet sie eine erste Unterkunft. Unter dem Regiment der strengen aber fürsorglichen Vermieterin Mrs. Kehoe lebt sie mit anderen Mädchen in einer Art Wohngemeinschaft. Leider entspricht der von Pater Flood vermittelte Job in einem Luxus-Kaufhaus nicht dem, was sie sich unter New York vorgestellt hat und so wächst das Heimweh von Tag zu Tag. Erst als sie dem jungen, charmanten Italo-Amerikaner Tony begegnet, scheint ihr neues Leben die erhoffte Wendung zu nehmen. Die eigentlich kleine Geschichte, die BROOKLYN erzählt, wird in den Händen von Regisseur John und Autor Nick Hornby zu etwas viel Größerem. Sie beschreibt Sehnsucht, Verlust, die Hoffnung auf Verbesserung und unsere Suche nach einem Zuhause. Der Film ist beseelt von einem warmen, durchaus nostalgischen Blick auf jene Zeit, in der die USA mit ihrem Versprechen an sozialen Aufstieg und Freiheit vor allem Menschen aus Europa anlockten. Die Parallelen zur aktuellen Flüchtlingskrise mögen so im 2009 erschienenen Roman von Tóibín noch nicht angelegt gewesen sein und doch sind sie unübersehbar für jeden, der heute nicht die Augen vor der Realität verschließt. Im Grunde ist auch Eilis ein „Wirtschaftsflüchtling“, der von einem besseren Leben träumt. Exzellent besetzt bis in die Nebenrollen, setzt sich der Film aus vielen erinnerungswürdigen Momenten zu einem äußerst stimmigen Mosaik zusammen.
MW