Janis: Little Girl Blue

USA 2016

„Sie starb nicht an einer Überdosis Heroin, sie starb an einer Überdosis Janis“, sagte Eric Clapton über den frühen Tod der „weißen Rock- und Bluessängerin mit der schwarzen Stimme“ (1970). Respektvoll, distanziert und neugierig ist dieser Film. Die Dokumente, die Amy Berg zusammengetragen hat, ergeben ein faszinierendes und auch trauriges Bild der Rocklegende. Und die Musik, die den Film trägt, die Stimme von Janis Joplin, die schreit, fleht, zärtlich sein kann und rotzig, nehmen einen mit in die Musikwelt der sechziger Jahre, San Francisco, Los Angeles, Monterey Pop, Woodstock, um auf dem amerikanischen Kontinent zu bleiben, und man fragt sich heute, 45 Jahre später, wo ist die Kraft dieser Musik, dieser Jugendkultur, geblieben, die da auch durch Janis Joplin in die Welt kam.

Regie
Amy Berg
Länge
103 min

»Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.« Jeremia 31, 3. Kein Trost nirgends nach diesem Dokumentarfilm über die Janis Joplin, die 27 Jahre alt wurde. »Sie starb nicht an einer Überdosis Heroin, sie starb an einer Überdosis Janis«, sagte Eric Clapton über den frühen Tod der »weißen Rock- und Bluessängerin mit der schwarzen Stimme« (1970). Respektvoll, distanziert und neugierig ist dieser Film. Die Dokumente, die Amy Berg zusammengetragen hat, ergeben ein faszinierendes und auch trauriges Bild der Rocklegende. Und die Musik, die den Film trägt, die Stimme von Janis Joplin, die schreit, fleht, zärtlich sein kann und rotzig, nehmen einen mit in die Musikwelt der Sechzigerjahre, San Francisco, Los Angeles, Monterey Pop, Woodstock, um auf dem amerikanischen Kontinent zu bleiben, und man fragt sich heute, 45 Jahre später, wo ist die Kraft dieser Musik, dieser Jugendkultur, geblieben, die da auch durch Janis Joplin in die Welt kam. In diesem Film scheint es, als würden wir die Sängerin zum ersten Mal in ihrer Größe, ihrer Getriebenheit und ihrer Verletzlichkeit ganz und gar wahrnehmen. Sie war noch viel mehr als die Rockröhre, die Heroin nahm, Alkohol trank, rauchte und kiffte, die kaum noch stehen konnte, so breit war sie, und sich die Seele aus dem Leib sang (Woodstock, es bleibt einem fast das Herz stehen, das mit anzusehen). Sie war tief verletzt, nach wie vor, weil sie in ihrer Schule »zum hässlichsten Mann der Highschool« gewählt worden war. Damals war sie 15. Blessuren der Jugend, die blieben. In janis: little girl blue ist sie so schön, so jung, mit ihrem wilden Haar, der runden Brille, ihrem Lachen, den schönen kleinen Brüsten, die sie ungeniert zeigt, am Strand etwa. Janis Joplin erzählt ihr Leben selbst durch die Briefe (!), die sie ihrer Familie, ihren Freunden und ihren Liebsten schrieb. O Lord, will you buy me a Mercedes Benz, my friends all drive Porsche … dieses Lied fehlt, aber nicht der Porsche, den Janis damals fuhr und bunt anmalen ließ. Vor wenigen Tagen ist dieses Auto für Millionen versteigert worden. Das ist aber nur eine Petitesse. Denn die millionenschwerste Single von Joplin ist Me and Bobby McGee (Foster u. Kristofferson). Nach diesem Film ist Janis Joplin so gegenwärtig wie nie zuvor. Unsterblich.
GES