25 km/h

D 2018

Auf uralten, klapperigen Mofas machen sich zwei Brüder auf eine Reise, die sie einander, vor allem aber sich selbst näherbringen. Road-Movie mit zwei sehr entspannten Hauptdarstellern.

Regie
Markus Goller
Besetzung
Lars Eidinger, Bjarne Mädel, Sandra Hüller, Franka Potente, Jella Haase
Länge
116 min
Programm
Yorck loading

30 Jahre haben sich die Brüder Georg und Christian nicht gesehen, bei der Beerdigung des Vaters gibt es ein Wiedersehen, doch zunächst begrüßen sie sich mit einer Prügelei. Während Georg im heimischen Schwarzwald geblieben ist, als Tischler arbeitet und den Vater betreut hat, ist Christian in die Welt hinausgezogen, lebt irgendwo zwischen London und Singapur und verdient mit irgendwelchen Wirtschaftsdingen viel Geld. Als 15-Jährige hatten sie eine Reise geplant: Mit ihren Mofas bis an die Ostsee zu fahren, um am Timmendorfer Strand ins Wasser zu pinkeln. Auf dem Weg dahin wollten sie Sex haben, Drogen nehmen und andere Abenteuer erleben, doch das Leben kam dazwischen. Nun, in Jugenderinnerungen schwelgend, als sie angetrunken durch die nächtlichen Dorfstraßen brausen, sagt Christian: Jetzt oder nie. Die Reise durch Deutschland und zu sich selbst beginnt. Ein klassisches Erzählformat hat Oliver Ziegenbalg als Basis seines Drehbuchs genommen, das auch wie sein bekanntester Film heißen könnte: Freundschaft. Denn bei allen Streitigkeiten, die Georg und Christian im Lauf ihrer Reise erleben, ist doch vom ersten, gut, vom zweiten Moment an klar, dass sie im Grunde ihres Herzens auch Seelenverwandte sind. Ein wenig fehlt der tiefere Anlass für die gemeinsame Reise, die Probleme, die zu überwinden, die Streitigkeiten, die zu vergeben sind. Wovon 25 KM/H dadurch abhängig ist, ist die Qualität der einzelnen Episoden, die durch ein bemerkenswertes Star-Ensemble geprägt sind: Sandra Hüller, Franka Potente, Jella Haase, Jördis Triebel und Wotan Wilke Möhring. Am Ende verlässt sich 25 KM/H aber ganz auf die Präsenz von Bjarne Mädel und Lars Eidinger, die – man kann es nicht anders sagen – ein tolles Team sind. Eidinger als extrovertierte Rampensau mit sensiblen, nachdenklichen Momenten. Mädel, der eher schweigsame Norddeutsche, der hier zwar aus einem anderen Bundesland kommt, aber ebenso zurückhaltend agiert. Irgendwo in der Mitte ihrer Charaktere treffen sich die Brüder am Ende eines Films, der vielleicht etwas zu sehr auf seine Hauptdarsteller baut, die allerdings auch so gut sind, dass man diese Entscheidung versteht.
mm