Where to invade next

USA 2016

Dokumentarfilmer Michael Moore erweist sich wieder auf höchst unterhaltsame Art als fröhlicher Nestbeschmutzer. Dieses Mal nimmt er einige eklatante wirtschaftliche Probleme seiner Heimat USA aufs Korn. Seine Empfehlung: lasst uns doch nach dem Vorbild unserer Militärs in andere Länder einfallen und gucken, was wir dort an guten Ideen zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen erbeuten können. Dabei wird er vor allem in Europa fündig: in Frankreich bekommen Kinder feinste Menüs in den Schulkantinen, Italiener können wochenlang in Urlaub fahren, Arbeiter in Deutschland sind vor allem mit Futtern und Saufen beschäftigt - und wem's den Magen umdreht, dem wird vom großzügigen Gesundheitssystem geholfen. Ganz klar: Bei Michael Moore heißt es ACHTUNG, SATIRE!

Regie
Michael Moore
Besetzung
Michael Moore
Länge
119 min

OSCAR-Preisträger Michael Moore bleibt sich treu. Wie schon in seinen Hit-Dokus BOWLING FOR COLOMBINE und FAHRENHEIT 9/11 bietet er auch mit WHERE TO INVADE NEXT bissige Zeitkritik. Dokumentarfilmer Michael Moore erweist sich wieder auf höchst unterhaltsame Art als fröhlicher Nestbeschmutzer. Dieses Mal nimmt er einige eklatante wirtschaftliche Probleme seiner Heimat USA aufs Korn. Seine Empfehlung: lasst uns doch nach dem Vorbild unserer Militärs in andere Länder einfallen und gucken, was wir dort an guten Ideen zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen erbeuten können. Dabei wird er vor allem in Europa fündig: in Frankreich bekommen Kinder feinste Menüs in den Schulkantinen, Italiener können wochenlang in Urlaub fahren, Arbeiter in Deutschland sind vor allem mit Futtern und Saufen beschäftigt - und wem's den Magen umdreht, dem wird vom großzügigen Gesundheitssystem geholfen. Ganz klar: Bei Michael Moore heißt es ACHTUNG, SATIRE! Das Lachen bleibt einem meist rasch im Halse stecken! Es gibt viel zu lachen angesichts des Potpourris der Postkarten aus dem europäischen Paradies. Doch das Lachen bleibt einem meist rasch im Halse stecken. Was geradezu reflexartig die kleinen grauen Zellen auf Hochtouren bringt. Die schöne heile Welt, die Michael Moore anpreist, hat ja in Wahrheit viele Schattenseiten. Indem der bewusst provokante Dokumentarist diese scheinbar ausblendet, weist er umso deutlicher auf sie hin. Wenn da zum Beispiel Insassen US-amerikanischer Gefängnisse unter geradezu unmenschlichen Umständen ihre Strafen verbüßen müssen, während Häftlinge in Norwegen scheinbar unter geradezu himmlischen Umständen leben, kommen einem sofort die eklatanten Mängel etwa des hiesigen Strafrechtssystems in den Sinn. Besonders erhellend ist Michael Moores Trip nach Portugal. Drogenkonsumenten müssen dort seit langem keine Angst vor Strafverfolgung haben. Wo andere Länder meist ohne Effekt Unsummen für den Kampf gegen Kokain & Co. ausgeben, können die Portugiesen ihr Geld in andere wichtige Baustellen investieren. Michael Moore kommt aus dem Staunen nicht heraus. Mit seinem Staunen malt er ein höchst subversives Porträt des alltäglichen Kapitalismus' nicht nur made in USA: Aufklärend und anklagend, dabei nie besserwisserisch oder belehrend. Der mitdenkende Zuschauer ist gefragt. Ein so seltenes wie aufregendes Angebot im Kino.
Pit