Seit Jahrzehnten ist der Delphi Filmpalast eines der wichtigsten Premierenkinos und Berlinale-Spielstätten der Stadt. Gemeinsam mit Bikini-Haus, Galerie C/O und Helmut-Newton-Museum bildet das Kino das kulturelle Zentrum West-Berlins. Im Untergeschoss des Hauses treten zudem internationale Größen des Jazz im „Quasimodo“ auf. Das Gebäude wurde von Bernhard Sehring, dem renommierten Architekten des benachbarten Theater des Westens, Ende der 1920er-Jahre gestaltet - ursprünglich als Tanzlokal. Dank seiner wilden Nächte wird das Tanzlokal kurz nach seiner Eröffnung 1928 schnell bekannt. So wird es etwa in den „Führer durch das lasterhafte Berlin“ von 1931 aufgenommen. Im zweiten Weltkrieg wird das Gebäude nahezu vollständig zerstört. Nach dem Krieg übernimmt Walter Jonigkeit, eine der großen Persönlichkeiten der Berliner Kinogeschichte, das stark beschädigte Gebäude und baut es 1949 zum hochmodernen Filmtheater mit 1.200 Sitzplätzen und Mega-Leinwand um.Im Lauf der Jahrzehnte hat der Filmpalast mehrere Wandlungen durchlebt und Krisen überstanden. 1980 drohte etwa die Umwandlung in ein Mehrsaalkino, die durch einen eintägigen Kinostreik der Berliner Off-Kinos verhindert wurde.Seit 1984 steht das Kino in einer Partnerschaft mit der Yorck Kinogruppe, wird aber eigenständig betrieben. Zum Auftakt dieser Partnerschaft werden Klassiker wieder auf die große Leinwand gebracht. Billy Wilders Eins, Zwei, Drei läuft daraufhin 43 Wochen im Delphi Filmpalast vor stets vollem Saal.Die historische Fassade und der prächtige Saal sind jedoch dank sorgsamer Pflege so eindrucksvoll wie eh und je. Und der Delphi Filmpalast ist eines der wenigen verbliebenen Kinos in Deutschland, in dem noch Filme im 70mm-Format vorgeführt werden können.