Monsieur Claude 2

F 2019

Monsieur Claude kehrt zurück, denn nach allerlei scheinbar erfolgreichen Befriedungsversuchen haben seine Töchter samt Multikulti-Schwiegersöhnen neue Herausforderungen für Maman und Papa in der Hinterhand. Die Fortsetzung von Philippe de Chauverons Erfolgskomödie hat bereits am Starttag den ersten Platz der französischen Kinocharts erklommen.

Regie
Philippe de Chauveron
Besetzung
Christian Clavier, Chantal Lauby, Élodie Fontan, Frédérique Bel, Julia Piaton
Länge
99 min
Programm
Yorck loading

Claude und Marie Verneuil haben sich mittlerweile daran gewöhnt, dass ihre vier Töchter multikulturell geheiratet haben. Doch ihr beschauliches Leben in der französischen Provinz ist freilich nicht mehr ganz so wie früher. Denn die Heimatländer ihrer internationalen Schwiegersöhne warten schon auf sie. Und so rafft sich das großbürgerliche, konservative Paar zu einer Rundreise auf. »Ich halt’s nicht mehr aus Claude«, jammert Marie freilich völlig entnervt aus, dem Rückflug in die Heimat. Und auch Claude hat sein Landleben bitter vermisst. Doch ihre Töchter sind immer für Überraschungen gut. »Offen gestanden haben Odile und ich beschlossen, dass wir nach Israel gehen«, bekennt David. Und es kommt noch schlimmer. Auch ihre anderen Töchter wollen mit Kind und Kegel auswandern. »Was haben wir Gott nun jetzt wieder angetan«, verzweifelt Marie am Abend nach diesen Eröffnungen. Aber abfinden will sich das Paar mit diesem Mini-Exodus dann doch nicht. Schließlich kann nicht alle mühevolle kosmopolitische Anstrengung umsonst gewesen sein. Und so hecken die beiden schlitzohrig einen tollkühnen Plan aus, um das Blatt noch zu wenden. Als Claude dann mit einer Riesenportion Schadenfreude diesmal seinen afrikanischen Gegenpart André Koffi bei einer Zerreißprobe in Sachen Toleranz erleben darf, ist ihm das freilich eine Genugtuung. Denn auch dessen Tochter Viviane überrascht ihre Eltern mit einer unkonventionellen Hochzeit. Vor vier Jahren avancierte die schwarzhumorige Komödie über einen bourgeoisen Vater am Rande des Nervenzusammenbruchs. Lustvoll lässt de Chauveron seine Charaktere wieder aufeinanderprallen. Vor allem Pascal Nzonzi, der Charles’ Vater André spielt, verbindet virtuos hammerharten Machismo mit überschäumendem Temperament. Der kongolesische Schauspieler zeigt sich als grandioser Komödiant, der vor nichts zurückschreckt. Und so können wir uns mit Hauptdarsteller Christian Clavier als »old school«-Repräsentant zwischen Zynismus und Lebenslust, bestens besetzten Nebenrollen, genauem Timing und einer verblüffenden Leichtigkeit, trotz des brisanten Themas, auf eine charmant-bissige gesellschaftliche Gratwanderung freuen.
lok