Birnenkuchen mit Lavendel

F 2015

Eine Liebesgeschichte ohne Sex und wilde Küsse? – Was für eine schöne Idee! Es geht um etwas ganz Altmodisches: um Seelenverwandtschaft und gegenseitige Akzeptanz. Anders als in der üblichen Romcom finden hier nicht zwei streitbare Geister zueinander, sondern zwei, die vieles gemeinsam haben.
Besnard findet genau den richtigen feinen, humorvollen Ton für seine Story, die immer spannender wird. Louise ist von der Pleite bedroht, und Pierre könnte möglicherweise in ein Heim kommen. Und da ist auch noch Louises Nachbar, der sowohl auf sie als auch auf ihr Land scharf ist … Mit Witz, Eleganz und viel Sensibilität erzählt Éric Besnard eine Geschichte, die so leicht und locker ist wie Louises Merveilles – die Birnenkrapfen, die Pierre so liebt. sic!

Regie
Éric Besnard
Besetzung
Virginie Efira, Benjamin Lavernhe, Lucie Fagedet, Léo Lorleac’h, Hervé Pierre
Länge
101 min

Louise ist Witwe, hat zwei Kinder und betreibt einen Obst- und Gemüseanbau in der Provence, dort, wo sie am idyllischsten ist. Und Louise hat Sorgen: Die Bank droht den Kredit zu kündigen, die Großkunden zahlen nicht, und die Kinder rebellieren. Pierre ist ein Einzelgänger. Er liebt Primzahlen, Wolken und bunte Klebepunkte, ist unheimlich penibel und sehr empfindsam. Pierre hat das Asperger-Syndrom – eine milde Form des Autismus. Als Pierre Louise vors Auto läuft, beginnt ihre gemeinsame Geschichte. Louise merkt schnell, dass Pierre ein außergewöhnlich komplizierter Mensch ist. Er beeindruckt sie mit Ehrlichkeit, während Pierre sofort von Louise fasziniert ist. Beide können einander und dadurch sich selbst helfen. Das ist zugleich komisch und rührend, aber glücklicherweise vollkommen kitschfrei. Es prickelt hübsch zwischen Louise und Pierre, gespielt von Virginie Efira und Benjamin Lavernhe. Die beiden sind ein echtes Traumpaar. Virginie Efira lässt ihrer Heldin Zeit – Louise ist keinesfalls auf Männerjagd und hat nicht die Absicht, Pierre zu verführen. Ihre Sanftheit zieht Pierre ­ magisch an, er blüht in Louises Gegenwart auf. Benjamin Lavernhe spielt mit viel Glaubwürdigkeit diesen unglaublich sympathischen Mann, der unfähig ist, andere Menschen zu berühren oder sich berühren zu lassen. Seine Liebe drückt er auf andere Weise aus: in seiner Sprache und durch die Sorgfalt, die er den Dingen widmet. Eine Liebesgeschichte ohne Sex und wilde Küsse? – Was für eine schöne Idee! Es geht um etwas ganz Altmodisches: um Seelenverwandtschaft und gegenseitige Akzeptanz. Anders als in der üblichen Romcom finden hier nicht zwei streitbare Geister zueinander, sondern zwei, die vieles gemeinsam haben. Besnard findet genau den richtigen feinen, humorvollen Ton für seine Story, die immer spannender wird. Louise ist von der Pleite bedroht, und Pierre könnte möglicherweise in ein Heim kommen. Und da ist auch noch Louises Nachbar, der sowohl auf sie als auch auf ihr Land scharf ist … Mit Witz, Eleganz und viel Sensibilität erzählt Éric Besnard eine Geschichte, die so leicht und locker ist wie Louises Merveilles – die Birnenkrapfen, die Pierre so liebt.
sic!