Astrid

SE / D / DK 2018

Im Schweden der 1920er Jahre wird Astrid Lindgren (Alba August) mit gerade einmal 18 Jahren unehelich schwanger, was damals natürlich ein Skandal ist. Doch die junge Frau findet die Kraft und den Mut, sich gegen alle Widerstände zu behaupten und ein Leben als emanzipierte, selbstbestimmte Frau zu leben. Biopic über die junge Astrid Lindgren.

Regie
Pernille Fischer Christensen
Besetzung
Alba August, Trine Dyrholm
Länge
123 min
Programm
Yorck loading

Jeder in Schweden weiß, wer mit Astrid gemeint ist: natürlich Astrid Lindgren. Aber stopp, ihr Pippi-Langstrumpf-Fans! Hier geht es nicht vorrangig, eigentlich wirklich nur am Rande ein kleines bisschen ums Schreiben. Da gibt es keine am Bleistift knabbernde Denkerin, denn Astrid ist erstmal mit dem Jungsein beschäftigt, ein Wirbelwind – blitzgescheit, mutig und optimistisch. Mit 18 bekommt sie einen Job, der ihr ermöglicht, ihr strenges Elternhaus hinter sich zu lassen; in jeder Hinsicht ein Abschied aus dem Bullerbü-Land. Astrid wird Mädchen für alles bei einer Zeitung. Ihr Chef ist – wie sie – ein Freigeist, aber verheiratet. Die beiden verlieben sich dennoch, und Astrid wird schwanger. Im spießigen Schweden ein Skandal, der nicht bekannt werden darf. Trotzdem wird Astrid ihr Kind bekommen, sie will den Namen des Vaters nicht nennen, kämpft um ihr Recht auf Selbstbestimmung, geht zur Geburt aus juristischen Gründen nach Dänemark, muss sich von ihrem Sohn trennen und macht weiter, immer weiter … Schon gemerkt? Hier geht es um den Menschen Astrid Lindgren. Das ist eine Frauengeschichte mit allem Drum und Dran, mit allen Hindernissen, die Frauen auch heute gelegentlich daran hindern, ihre Träume zu leben: unerwartet schwanger, ein Kind ohne Vater, finanzielle Not, Familienprobleme. Aber vielleicht ist das alles ganz gut und richtig so. Denn woher kommt der Wunsch, anderen etwas zu erzählen? Und woher kommen die Ideen, wenn nicht aus dem richtigen Leben? Neben der berührenden Frauengeschichte gibt es eine ganze Menge, was diesen Film so besonders macht: Eine lockere Rahmenhandlung zeigt die greise Astrid, geliebt von Kindern auf der ganzen Welt. Herrliche Bilder führen in die Landschaft Schwedens, eindrückliche Szenen begleiten Astrids Leben in Angst und Armut. Aber vor allem ist es Alba August, die so unfassbar gut und einfühlsam die junge Astrid in all ihren Entwicklungen spielt. Sie ist das übermütige junge Mädchen, die unglückliche Geliebte, die glückselige und die verzweifelte Mutter, alles mit faszinierender Leichtigkeit, absolut hinreißend und zum Niederknien gut. Und wenn sie tanzt, tanzt die Welt um sie herum.
sic!