Mustang

TR / F / D 2016

Wunderschön anzusehen ist dieser Debütfilm der jungen türkischen Filmemacherin Deniz Gamze Ergüven über fünf Schwestern und ihren Kampf um Unabhängigkeit.

Lale und ihre vier Schwestern leben bei der Großmutter an der Nordküste der Türkei, in der Nähe von Trapzon. Hier gibt es keinen Tourismus, die moderne Welt ist weit entfernt, die Dörfer sind klein, dafür ist das Getratsche groß, und so geschieht es eines Tages: Eine Nachbarin plaudert aus, dass die Schwestern mit den Jungs aus der Schule im Meer geplanscht haben, und schon ist Schluss mit dem unabhängigen Leben, die Mädchen sollen ab sofort auf die Ehe vorbereitet und verheiratet werden.
Unter der Leitung eines Onkels wird das Haus zum Gefängnis umgebaut. Drinnen sitzen die Mädchen, in formlose Kleider gehüllt, und lernen kochen. Der Ältesten gelingt es noch, sich durchzusetzen und ihre große Liebe zu heiraten. Doch für die anderen gibt es kein Entrinnen. Die Mauern um das Haus werden immer höher, je mehr sich die Schwestern zu wehren versuchen. Aber der Freiheitswillen der Mädchen lässt sich nicht unterdrücken.

Regie
Deniz Gamze Ergüven
Besetzung
Erol Afsin,Ayberk Pekcan,Doga Zeynep Doguslu,Elit Iscan
Länge
97 min

Lale und ihre vier Schwestern leben bei der Großmutter an der Nordküste der Türkei, in der Nähe von Trapzon. Hier gibt es keinen Tourismus, die moderne Welt ist weit entfernt, die Dörfer sind klein, dafür ist das Getratsche groß, und so geschieht es eines Tages: Eine Nachbarin plaudert aus, dass die Schwestern mit den Jungs aus der Schule im Meer geplanscht haben, und schon ist Schluss mit dem unabhängigen Leben, die Mädchen sollen ab sofort auf die Ehe vorbereitet und verheiratet werden. Unter der Leitung eines Onkels wird das Haus zum Gefängnis umgebaut. Drinnen sitzen die Mädchen, in formlose Kleider gehüllt, und lernen kochen. Der Ältesten gelingt es noch, sich durchzusetzen und ihre große Liebe zu heiraten. Doch für die anderen gibt es kein Entrinnen. Die Mauern um das Haus werden immer höher, je mehr sich die Schwestern zu wehren versuchen. Aber der Freiheitswillen der Mädchen lässt sich nicht unterdrücken. In ergreifend schönen Bildern erzählt Deniz Gamze Ergüven eine mitreißende Geschichte, ganz unmelodramatisch und manchmal sogar witzig. Das gelingt ihr durch einen geschickten Kunstgriff: Lale, die Jüngste, ist die Erzählerin, sie kommentiert die Handlung, oft ironisch oder mit der entwaffnenden Ehrlichkeit eines Kindes, das sie gerade noch ist. Flirrende Sommerbilder zeigen die Mädchen anfangs in unbeschwerter Gemeinsamkeit, sie hängen aneinander in großer Vertrautheit, sie gehören zusammen. Umso schlimmer ist für sie die drohende Trennung. Lale beobachtet sehr genau, was um sie herum passiert. Sie erkennt bald die Doppelmoral des Onkels, der mit Fenstergittern die Tugend der Mädchen bewacht, aber nachts in ihre Schlafzimmer schleicht. Lale ist schlau – sie ist der Mustang: wild, unbezähmbar und mutig. Ergüvens Film wirkt nicht nur durch seine Geschichte, wobei es hier keineswegs einseitig Gut und Böse, sondern es durchaus Schattierungen gibt. Doch es sind vor allem die Bilder, oft in weichen, sanften Farben, die sich ins Gedächtnis einbrennen. Und natürlich die wunderbaren Darstellerinnen, vor allem Lale (Günes Sensoy). Sie verkörpert alle Schwestern in sich, ist kess und scheu zugleich, Kind und Frau, unschuldig und allwissend – eine taffe kleine Elfe, die sich nicht unterkriegen lässt.
sic!