The Assassin

TWN/CHN/HKG/FR 2016

China, 9. Jahrhundert, Zeit des Niedergangs der Tang-Dynastie. Eine junge Frau, Yinniang, ist seit ihrer Kindheit zur Attentäterin ausgebildet worden, nun soll sie im Auftrag einer geheimnisvollen Nonne hochrangige Militärs und Beamte ausschalten. Sie kann das, wie sie bewiesen hat - aber ihr Gewissen steht ihr im Weg. Als Test ihrer Loyalität erhält sie einen besonders perfiden Auftrag: sie soll Tian Ji'an, den Gouverneur der Provinz Weibo, ermorden. Aber Weibo ist ihre alte Heimat und Ji'an ihr Cousin, der einst das Versprechen brach, sie zu heiraten. Sein Tod würde Weibo ins Chaos stürzen und im Laufe ihrer Mission erfährt Yiannang weitere Dinge, die sie persönlich betreffen und ihr die Aufgabe immer schwerer machen.

Regie
Hou Hsiao-hsien
Besetzung
Chen Chang, Qi Shu, Satoshi Tsumabuki
Länge
105 min

China, 9. Jahrhundert, Zeit des Niedergangs der Tang-Dynastie. Eine junge Frau, Yinniang, ist seit ihrer Kindheit zur Attentäterin ausgebildet worden, nun soll sie im Auftrag einer geheimnisvollen Nonne hochrangige Militärs und Beamte ausschalten. Sie kann das, wie sie bewiesen hat – aber ihr Gewissen steht ihr im Weg. Als Test ihrer Loyalität erhält sie einen besonders perfiden Auftrag: Sie soll Tian Ji’an, den Gouverneur der Provinz Weibo, ermorden. Aber Weibo ist ihre alte Heimat und Ji’an ihr Cousin, der einst das Versprechen brach, sie zu heiraten. Sein Tod würde Weibo ins Chaos stürzen und im Laufe ihrer Mission erfährt Yiannang weitere Dinge, die sie persönlich betreffen und ihr die Aufgabe immer schwerer machen. Aber: Die Konzepte »Handlung« und »Drama«, wie wir sie gewohnt sind, interessieren den taiwanesischen Regiemeister Hsiao-Hsien Hou gar nicht so sehr, und noch weniger tun es Schwertkämpfe – das sei jenen gesagt, die so etwas wie TIGER AND DRAGON erwarten. Zum Vergleich sollte der westliche Betrachter eher an Kubricks BARRY LYNDON denken, oder an Terence Malick. Über dessen DER SCHMALE GRAT hieß es einmal treffend, er sei ein »Kriegsfilm aus Sicht der Natur«. THE ASSASSIN ist ein Heldenepos aus Sicht der die Menschen umgebenden Räume. Diese Räume, seien es Innenansichten von Palästen oder die atemberaubenden Hochebenen und Wälder der Mongolei, sind so grandios ins Bild gesetzt, dass die Handlungen der Menschen, ihre Intrigen, Hoffnungen, Ängste oder Liebe darin sehr klein wirken. Mehr noch: Auch diese großen menschlichen Themen sind in einen Alltag eingebunden, der in aller Ausführlichkeit (!) bebildert wird – da wird Tee zubereitet und getrunken, Feuer entfacht, Akupunktur oder Handwerk betrieben, es werden Reisevorbereitungen getroffen und Zeremonien durchgeführt ... bis eine der bekanntesten asiatischen Legenden kaum mehr als ein schwer nachvollziehbares Randgeschehen ist. Dafür ist jede Einstellung wie ein Gemälde von erlesenster Pracht, aufgeladen mit Symbolik und Bedeutung, die sich gedanklich schwer begründen lässt, aber in jedem Moment fühlbar ist. Ein faszinierendes Filmerlebnis, wenn man sich darauf einlässt!
rog