Nach einer 18-monatigen Generalsanierung öffnet das Kino International an der Berliner Karl-Marx-Allee wieder seine Türen. Eines der bedeutendsten Premierenkinos Deutschlands kehrt zurück: als Ort internationaler Filmgeschichte und zeitgemäß ausgestattetes Kino für die Zukunft.Seit seiner Eröffnung im Jahr 1963 prägt das Kino an der Karl-Marx-Allee die nationale und internationale Kinolandschaft. Es war Premierenkino der DEFA, Spielstätte internationaler Filmfestivals und Bühne für Filmemacher*innen und Schauspieler*innen wie Tilda Swinton, Steven Spielberg, und Spike Lee. Der großzügige Saal, markante Holzvertäfelungen, Kristallleuchter und die Panoramabar mit Blick auf die Karl-Marx-Allee zählen zu den prägenden architektonischen Elementen des Hauses.Um das Kino dauerhaft zukunftsfähig zu machen, war erstmals in seiner Geschichte eine vollständige Schließung notwendig. Von Juni 2024 bis Februar 2026 wurde die technische Infrastruktur erneuert. Dazu gehörten unter anderem 40 Kilometer Installationsleitungen, 20 Kilometer Fernmeldeleitungen und 3,5 Kilometer Rohrleitungen. Die neue Heiztechnik senkt den Energiebedarf um rund 70 Prozent.Ziel der Sanierung war es, die denkmalgeschützte Substanz zu erhalten und gleichzeitig moderne Kinotechnik zu integrieren. Ein Christie-Laserprojektor ermöglicht 4K-Projektionen auf Cannes-Niveau, ergänzt durch ein 7.1-Soundsystem. Durch die Reduzierung der Sitzplätze von 551 auf 506 wurde der Reihenabstand vergrößert. Ein Aufzug zum Saal sowie rollstuhlgerechte Sanitäranlagen sorgen künftig für vollständige Barrierefreiheit.Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeiten lag auf der handwerklichen Restaurierung der historischen Ausstattung. Insgesamt sieben Kilometer Wandlamellen aus Kirschbaum, Ulme und Esche wurden einzeln aufgearbeitet. Der ikonische silberne Premierenvorhang mit 20 Millionen Pailletten wurde aufwendig restauriert und originalgetreu rekonstruiert.Die denkmalgerechte Planung übernahmen Dickmann Richter Architekten. Realisiert wurde die Sanierung durch Eigenmittel der Yorck Kino GmbH sowie durch öffentliche Förderungen des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, dem Bund-Länder-Programm Lebendige Zentren und Quartiere, des Landesdenkmalamtes Berlin, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Filmförderungsanstalt.